» Zwergfledermäuse in der ARS - Geschützte Mitbewohner bereichern die Abendstunden
„Haus zum Abhängen gesucht!“ – das ist nicht etwa der Ausspruch eines Schülers der Abendrealschule, denn das „Abhängen“ macht sich nicht so gut auf dem Zeugnis, sondern der Werbespruch des NABU für Fledermausunterkünfte. Und tatsächlich sind in der Abendrealschule 108 Zwergfledermäuse zur Untermiete ins Dach eingezogen. Pünktlich zum Unterrichtsschluss um 22 Uhr verlassen auch die neuen Mitbewohner nach und nach ihr Sommerquartier, um auf Mückenfang zu gehen. Mehr als 2000 Mücken kann eine Zwergfledermaus pro Nacht fangen. Da wünscht man sich doch, dass das ein oder andere Exemplar in den milden Sommernächten vor unseren Schlafzimmerfenstern Patrouille schiebt. Gute Chancen bestehen hierfür im Stadtteil Dorenkamp jetzt aufgrund der Wochenstube der Zwergfledermäuse, die im Schutze der Abendrealschule ihre Jungtiere bis zum August großziehen werden.


Da die Fledermäuse nun schon einige Zeit in der Schule Quartier bezogen haben, wurden Vertretern der Schülerschaft und der Schulleitung am 7. Juni 2016 die Urkunde und die Plakette zum Schutz für die bedrohte Tierart überreicht (im Bild von links: Maxi Dominik, stellvertretende Schulleiterin, Wolfgang Stegemann vom NABU sowie Carolin Delker und Mateusz Tryzna aus dem 4a). Damit verpflichtet sich die Schule weiterhin auf den Erhalt der Fledermausunterkunft zu achten und Störungen, wie z.B. Baumaßnahmen oder Sanierungen, die den Unterschlupf zerstören würden, mit Unterstützung der Stadt und des Hausmeisterehepaars (danke!) zu verhindern.

Am Abend der Übergabe konnte man auch noch einmal viel über die Zwergfledermaus erfahren, da Wolfgang Stegemann (Vertreter des NABU, AG-Fledermausschutz) mit einer Expertengruppe angerückt war. 100 Zwergfledermäuse passen ohne Probleme in einen Schuhkarton, obwohl die ca. 5g schweren Flieger mit einer Flügelspannweite von etwa 20 cm wesentlich größer wirken. Mit Hilfe von Ultraschallgeräten, des Bat-Detektors, konnte an Hand der Ruffrequenz eindeutig festgestellt werden, dass es sich um Zwergfledermäuse, und nicht etwa um die etwas höher rufende Mückenfledermaus, handelt. Im Anschluss wurde noch einmal die Anzahl der ausfliegenden Nachtwesen überprüft. Da der Ausflug beim Wachwerden der Tiere auf dem Bat-Detektor durch die muntere Kommunikation schon angekündigt wurde und nur jeweils ein bis zwei Flugakrobaten aus dem Dachspalt auftauchten, gestaltete sich das Zählen relativ unproblematisch. Gegen 23 Uhr war dann auch die letzte Zwergfledermaus in der Abenddämmerung verschwunden. Die Lichter in der Abendrealschule waren auch alle erloschen und wir von der Schule und auch das NABU Fledermaus-Team konnte mit dem guten Gefühl in die Nacht nach Hause verschwinden, dass wir diesen Sommer wieder fleißigen Helfern gegen eine Mückenplage Unterkunft gewährt haben.