» Vanessa Hinz ist unsere Josef-Winckler-Preisträgerin des Jahres 2017
Abschied und Neubeginn: Verleihung des Josef-Winckler-Preises an die jahrgangsbesten Schulabsolventen Rheines
Veröffentlichung mit freundlicher Erlaubnis der Münsterländischen Volkszeitung (Text: kse, Foto: Sven Rapreger)


Die anwesenden Preisträger des diesjährigen Josef-Winckler-Preises vor dem Salzsiedehaus.
Vanessa Hinz (vordere Reihe rechts) ist die Jahrgangsbeste des Sommersemesters 2017 der ARS.


-kse- RHEINE. „Und jedem Anfang wohnt ein Zauber inne“, heißt es in Hermann Hesses Gedicht „Stufen“. Kaum verwunderlich war es, dass Jonathan Kurpiers genau dieses lyrische Werk in seiner Rede als Josef-Winckler-Preisträger zitierte. Denn ein Gefühl des Neubeginns war spürbar, als die jahrgangsbesten Schulabsolventen Rheines am Dienstag bei einer Feierstunde im Josef-Winckler-Haus geehrt wurden.

13 Schüler waren mit ihren Familien ins historische Haus an der Salinenstraße gekommen, um Urkunden und Ehrenpreise entgegenzunehmen. Mit dem Josef-Winckler-Preis zeichnete Bürgermeister Peter Lüttmann die Jugendlichen aus, die als Jahrgangsbeste die Schullaufbahn abgeschlossen hatten. Für das feierliche Ambiente sorgten das Saxophonquartett der Musikschule Rheine mit mehreren musikalischen Zwischenspielen und eine Schülerinnengruppe des Emsland-Gymnasiums, die Heimatgedichte in Gedenken an Josef Winckler vortrug.

Lüttmann betonte in seiner Ansprache vor allem die Bedeutung von Bildung für die heranwachsende Generation: „Bildung bewahrt vor eindimensionalem Denken“, sagte der Bürgermeister. „Engstirnigkeit hat weniger Chance, wenn Weite im Kopf herrscht.“ Dass es dabei nicht nur auf einen hohen Schulabschluss, sondern auch auf Vielfalt ankomme, fügte der Bürgermeister hinzu: Schon der Stiftungsvater des Preises, der westfälische Schriftsteller Winckler, habe gewusst, dass eine Gesellschaft unterschiedliche Menschen mit verschiedenen Fähigkeiten brauche.

Und so werden auch die diesjährigen Preisträger völlig unterschiedliche Wege einschlagen, stehen sie nun doch am Ende ihrer Schullaufbahn. Jonathan Kurpiers, bester Absolvent der Euregio-Gesamtschule und Preisträgervertreter, plant ein Lehramtsstudium. „Ich möchte Mathematik und Philosophie in Münster studieren“, sagte er. Kopi-Preisträger Marc Prochmann berichtete, dass er ein Studium der Betriebswirtschaftslehre in Mannheim anstrebe. Und Vanessa Hinz, die Beste der Abendrealschule, tritt bald eine Ausbildungsstelle bei der Stadt Osnabrück an – um nur einige Beispiele unter den strahlenden Preisträgern zu nennen.

Bei aller Freude über die Auszeichnung blicken die Jugendlichen nun also auch auf die Zukunft, die vor ihnen liegt – Peter Lüttmann sprach in diesem Zusammenhang von einer Stimmung des „Anfangs und Neubeginns“. Daher traf auch Jonathan Kurpiers mit seiner Rede voll ins Schwarze – und das, obwohl er zunächst gar nicht gewusst habe, dass er als einziger Schüler eine Rede halten würde, wie er im MV-Gespräch sagte. Mit seinem Hesse-Gedicht sprach er aber allen aus dem Herzen. Mit ihrer Urkunde in den Händen starten die Preisträger nun in das Leben nach dem Schulalltag – und wagen einen neuen Anfang.