» Schulprogramm
Hier lesen Sie Auszüge aus unserem Schulprogramm - aktuell in der Überarbeitungsphase!
Die Schule

Die Abendrealschule Rheine – Weiterbildungskolleg – besteht seit 1963. Schulträger ist die Stadt Rheine. Unter nebenamtlicher Leitung mit ausschließlich nebenamtlichen Lehrern entwickelte sie sich als eine Zweigstelle der damals einzigen Realschule. Im Jahre 1982 wurde sie selbständig mit einer eigenen Schulleitung. Ab jenem Zeitpunkt wurden dann die ersten hauptamtlichen Lehrer eingestellt. Nach drei Umzügen befindet sich die Abendrealschule nun im Schulzentrum Dorenkamp, Mittelstraße 45.

Als Schule des Zweiten Bildungsweges ist sie, zusammen mit der Außenstelle des Abendgymnasiums Münster, Bestandteil einer diversifizierten Schullandschaft in Rheine.
Altersstruktur

In der Altersgruppe „unter 20 Jahre“ ist die Anzahl der Studierenden in den letzten Jahren stark angestiegen. Ältere Studierende über 40 Jahre sind in jüngster Zeit eher selten.
Förderverein

Seit 1990 ist der Förderverein eine mitprägende Kraft des Schullebens. Ihr gehören alle Kollegiumsmitglieder an sowie etwa 50 aktive Studierende und Freunde bzw. Ehemalige.

Der Verein bringt sich ein bei der Durchführung von ein- und mehrtägigen Schul- und Klassenfahrten, leistet auf Antrag finanzielle Unterstützung von Studierenden, um an Schulaktivitäten teilnehmen zu können, trägt aber auch zur Finanzierung von Schulinventar und modernen Medien bei. Das jährlich stattfindende Schulfest wird ebenfalls tatkräftig vom Förderverein unterstützt.
Bildungsziele

Wie andere Schulen auch sehen wir unseren Auftrag darin, Fachwissen und notwendige Basisqualifikationen zu vermitteln und die Allgemeinbildung der Studierenden zu erweitern. Darüber hinaus fühlen wir uns als Schule der zweiten Chance verpflichtet, die besonderen Lebens- und Lernumstände unserer Studierenden im Schulalltag zu berücksichtigen. Die Balance von Fördern und Fordern prägt unsere Arbeit.

Soziales Lernen (Gruppenfähigkeit, Toleranz etc) und Hinführung zu eigenverantwortlichem und selbständigem Arbeiten als Weg und Ziel bilden einen Schwerpunkt des Unterrichts. Integraler Bestandteil aller Fächer ist die Förderung der sprachlichen Kompetenz als Schlüssel dazu..
Schul- und Unterrichtsklima

Die überschaubare Größe unserer Schule ermöglicht einen offenen und freundlichen Umgang miteinander. Die einzelnen Kollegen können bei auftretenden Problemen jederzeit angesprochen werden. Zudem arbeiten Schulleitung und Kollegium vertrauensvoll und mit großer Übereinstimmung zusammen.

Die Eingangssemester zeichnen sich durch große Heterogenität in Bezug auf kulturellen und familiären Hintergrund, Lern- und Leistungsbereitschaft und Zielvorstellungen aus. Eine effektive Lernatmosphäre kann nur entstehen, wenn bei ausreichender Binnendifferenzierung Gruppen bildende Maßnahmen gefördert werden. Für die Semesterleitung bleibt dies eine ständige Herausforderung.

Ebenso wichtig wie die atmosphärische Komponente ist das Einhalten von organisatorischen Vorgaben (Pünktlichkeit, Vorhandensein von Unterrichtsmaterialien etc.).

Außerschulische Aktivitäten (Schulfest, Weihnachtsfeier, Unterrichtsgänge etc.) fördern den Gemeinschaftssinn aller am Schulleben Beteiligten.
Unterrichtsprinzipien

Leitgedanken für den Unterricht sind Transparenz und Vertrauen.

Die Studierenden werden zu Semesterbeginn über die anstehenden Unterrichtsinhalte und -methoden informiert. So können sie sich einerseits ein Bild vom bevorstehenden Unterricht machen und andererseits erkennen, wo sie sich selbst möglicherweise engagieren können.

Das Erkennen von Stärken und Schwächen, durch den Lehrer und den Studierenden selbst, bildet die Grundlage der Förderung. Auf die Fähigkeiten jedes Einzelnen zugeschnittene Aufgaben vermitteln in kleinen Schritten zunehmende Sicherheit und Selbstvertrauen. Im Zusammenspiel der Lerngruppe relativiert sich der Schwierigkeitsgrad.

Die sich verändernden Erwartungen und Anforderungen der Gesellschaft erfordern das Training besonderer Arbeitsmethoden und -techniken. Das Kollegium nimmt regelmäßig an verschiedenen Fortbildungsmaßnahmen teil, um die Studierenden angemessen auf diese Anforderungen vorbereiten zu können. In den letzten Semestern lagen die Schwerpunkte zum einen im Bereich Kommunikationstraining und zum anderen im Bereich des kooperativen Lernens.
Rechte und Pflichten der Studierenden

Die allgemeine Schulordnung, erweitert um eine spezielle Hausordnung, regelt die Rechte und Pflichten der Studierenden.

Zusätzlich diskutiert die Lehrerkonferenz regelmäßig das Aufzeigen und Einhalten von festen Rahmenbedingungen zur Förderung der Eigenverantwortlichkeit der Studierenden.
Methodentraining - Projekttage

Der Verlagerung der allgemeinen Lernziele von der reinen Wissensvermittlung zur Befähigung zum selbst organisierten Lernen muss ein zeitgemäßer Unterricht Rechnung tragen. Insbesondere gilt dies für Schulen des Zweiten Bildungswegs, weil ein Großteil der Studierenden bisher keine motivierende und effektive Lernstruktur entwickeln konnte.

Das Kollegium der Abendrealschule räumt dem Bereich „Techniken des Lernens“ durch die Einrichtung einer Fachkonferenz, Fortbildungen, und Projekttagen in allen Semestern einen hohen Stellenwert ein .

Die Installation der Projekttage „Methodentraining“ ist ein sehr dynamischer Prozess, gekennzeichnet durch ineinander greifende Konzepte aus verschiedenen Fachrichtungen und allgemeinen Ansätzen. Notwendige Konsequenz war die Einrichtung einer Fachkonferenz, zu der alle Kollegen gehören. Neben der Festlegung der Unterrichtsorganisation und Unterrichtsschwerpunkte bietet die Konferenz eine Plattform zum Erfahrungsaustausch. Wichtig ist die Einbindung der im Bereich Methodentraining erworbenen Fertigkeiten, Fähigkeiten und Erkenntnisse in den gesamten Schulalltag, also in die klassischen Unterrichtsfächer und die jeweilige Lernsituation.

Wir verstehen Methodentraining als eine andauernde Weiterentwicklung unter Berücksichtigung der Veränderungen unserer Studierendenschaft und den Anforderungen des Lebens außerhalb der Schule.

Beispiele für Inhalte in den Projekttagen:

Ein Schultag ist dem Thema Gruppenarbeit gewidmet. Die Bildung von Zufallsgruppen, die Funktionsverteilung innerhalb einer Gruppe, die Aufstellung und Einhaltung eines Arbeitsplans bilden die Einführung. An aktuellen Beispielen aus dem laufenden Unterricht üben die Studierenden diese Prinzipien. Variiert werden Form und Ziel der Gruppenarbeit, z.B. stumme Kommunikation, Erstellung eines Lernprodukts oder Prozesse zur Meinungsfindung. Auch werden unterschiedliche Arten der Präsentation eines Lernprodukts, wie Lernplakat, Reportage, Vortrag, Quiz o. ä., durchgeführt.

Auch beschäftigen wir uns mit dem Thema Kommunikationstraining. Hierbei werden die verschiedenen Aspekte einer Nachricht erörtert, eigenes Sprech- und Sprachverhalten reflektiert und Übungen zum freien Reden angeboten. Die Studierenden erleben „Unterhaltung“ auf verschiedenen Ebenen, die sie so vorher selten betrachtet hatten. Sie entwickeln auch ein Gespür für augenscheinliche Aspekte der nonverbalen Kommunikation.

Zeitmanagement ist ein Thema in den höheren Semestern während der Prüfungsphase. Sowohl die zeitliche Strukturierung der regelmäßigen Wiederholung und Übung als auch die zeitliche Planung für die Vorbereitung auf die anstehende Abschlussprüfung werden angesprochen. Über Erfahrungsaustausch, Rollenspiele oder Fallbeispiele sollen die Studierenden Tipps zur Organisation des eigenen Lernens bekommen. Sinnvoll ist es, einen Zeitplan für die schriftlichen Prüfungsfächer zu erarbeiten.
Berufsorientierung

„Nicht für die Schule, sondern für das Leben lernen wir!“ Daher hat es sich unsere Schule zur Aufgabe gemacht, die Studierenden mit dem künftigen Berufsleben in einer sich ständig modernisierenden Wirtschaft vertraut zu machen.

Die Studierenden sollen die Anforderungen der Berufsausbildung und des Berufes kennen lernen sowie einen Überblick über die breite Vielfalt möglicher Berufe erhalten. Zudem sollen sie einen Einblick in wirtschaftliche Zusammenhänge erhalten.

Diese Ziele erreichen wir durch unser mehrteiliges Konzept zur Berufsorientierung, das wir stetig aktualisieren und an die Anforderungen des Arbeitsmarktes anpassen. Das Konzept umfasst einen einstündigen Unterricht im zweiten und dritten Semester und wird durch eine Projektwoche im zweiten Semester ergänzt.

Die Projektwoche ist ein Intensivtraining, in der Bewerbungsstrategien und –techniken erlernt und vertieft werden, an die sich eine Unterrichtseinheit zum Thema „Online-Bewerbung“ anschließt.

Um die Studierenden im Nachgang der Projektwoche zu movieren, sich weiterhin intensiv mit der Thematik „Bewerbung um einen Ausbildungs-/Arbeitsplatz“ zu befassen, wird seit dem Wintersemester 2010/11 im 3. Semester zusätzlich das Fach „Wirtschaft“ unterrichtet.

Ziele des Unterrichts zur Berufsorientierung sind:
  1. Lebensziele formulieren und reflektieren können
  2. Eigene Stärken und Schwächen erkennen
  3. Berufswahlentscheidungen treffen
  4. Quellen zur Informationsfindung nutzen können (Berufsinformationen, Arbeitsmarktsituation)
  5. Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben formal und inhaltlich korrekt sowie ansprechend gestalten
  6. Eine Bewerbungsmappe erstellen
  7. Sich auf Auswahlverfahren (Assessmentcenter) vorbereiten
  8. Ein Vorstellungsgespräch simulieren
Konzeption und Realisation
  1. Zur richtigen Berufswahl ist die Auseinandersetzung mit eigenen Stärken und Schwächen notwendig. Daher fertigen die Studierenden zu Beginn der Projektwoche eine Selbstdarstellung mit Hilfe eines Plakates an, das dem Kurs anschließend mit einem kurzen Vortrag vorgestellt werden muss. Damit lernen die Studierenden, sich zu ihrer eigenen Persönlichkeit Gedanken zu machen und diese anderen mitzuteilen. Weiterhin stellt diese Aufgabe auch eine Übung im Hinblick auf bevorstehende Bewerbungsgespräche dar.
  2. Bei der Berufswahlentscheidung helfen einerseits die der Projektwoche vorgeschaltete Unterrichtseinheit und andererseits interaktive Tests (Internet), Berufe aktuell als Übersicht und ein Besuch im BIZ (Berufsinformationszentrum der Agentur für Arbeit)
  3. Im BIZ werden auch Informationen über den Ausbildungsstellenmarkt vor Ort gesammelt, so dass im Idealfall eine Bewerbung für ein ganz konkretes und realistisches Angebot angefertigt werden kann
  4. Lebenslauf und Bewerbungsanschreiben sollen jeweils dem neuesten Stand entsprechen und individuell sein
  5. Die Bewerbungsmappe wird für den „Ernstfall“ mit allen notwendigen Unterlagen erstellt. Auf die individuelle Gestaltung wird besonderen Wert gelegt. Die EDV-technischen Grundlagen (Nutzung des PC) zur Erstellung der Bewerbungsmappe sind bereits vorhanden, da sie seit dem Wintersemester 2010/11 Gegenstand des Informatikunterrichtes des 1. Semesters sind. Die individuellen Daten stehen den Studierenden anschließend für die weitere Verwendung zur Verfügung.
  6. Ein Team aus der freien Wirtschaft sowie die unterrichtenden Kolleginnen und Kollegen beurteilen die Bewerbungsmappen und stellen ihre Eindrücke am letzten Projekttag den Studierenden vor. Vorstellungsgespräche, für die sich Freiwillige zur Verfügung stellen, werden simuliert und im Plenum anschließend analysiert.
  7. Zur Vorbereitung auf einen eventuellen Eignungstest wird ein solcher durchgeführt. Die Ergebnisse werden besprochen. Die Situation eines Assessmentcenters wird spielerisch erfahrbar gemacht.
Evaluation

Am Ende der Woche äußern sich die Teilnehmer in einer Kartenabfrage zu ihren positiven und negativen Erfahrungen mit der Projektwoche. Die positiven Rückmeldungen überwiegen.

In der Regel empfinden die Studierenden die Zeit als sehr hilfreich und informativ. Die angenehme Arbeitsatmosphäre wird gelobt und meistens wird dem Wunsch nach Verlängerung der Woche Ausdruck gegeben.

Eine weitere Auswertung der Projektwoche findet in der Steuergruppe Arbeitslehre statt, die die eigenen Erfahrungen sowie die der Studierenden reflektiert, um den Ablaufplan zu optimieren und zu aktualisieren.
Beratungskonzept

Hier kommt in Kürze der Text noch hinein!
Aussagen zum Arbeits- und Sozialverhalten

Eine Rückmeldung über ihr Arbeits- und Sozialverhalten erhalten die Studierenden zusammen mit ihrem Zeugnis. Der Bogen wird auf dem Zeugnis nicht erwähnt, so dass die Studierenden selber entscheiden können, ob sie ihn bei späteren Bewerbungen mit abgeben oder nicht.
Individuelle Förderung / Diagnostik

Aufgrund unserer sehr heterogenen Studierendenschaft, sowohl das Alter als auch das Vorwissen und die Vorbildung betreffend, ist eine Individualisierung des Lernens anzustreben. Einiges ist bisher schon ausprobiert und mit wechselndem Erfolg umgesetzt worden. Wenig Erfolg hatten zusätzliche Arbeitsblätter, mit denen Studierende ihre Lücken zu Hause aufarbeiten sollen. Die zusätzliche Hausarbeit wird häufig nicht gemacht und der Lehrende muss mehrfach nachfragen und erinnern. Die Erledigung von Hausarbeiten ist generell lückenhaft in allen Semestern, gerade die Schwächeren drücken sich gerne. Auch Angebote zur Förderung nach oder vor dem Unterricht in speziellen Kleingruppen als Arbeits-gemeinschaft waren bisher wenig erfolgreich, da Studierende gar nicht erst kamen oder im weiteren Verlauf wegblieben. Also muss die Eigenverantwortlichkeit der Lerner gestärkt werden. Selbstbeobachtungsbögen, Selbstverpflichtungen der Lernenden und Rückmeldungen durch die Lehrenden (Lernentwicklung, sonstige Mitarbeit) vor und nach der Halbzeitkonferenz in Einzelgesprächen wurden mit Erfolg ausprobiert und werden weiter eingesetzt (vgl. 1.4 Beratungskonzepte).

Zur Stärkung der Eigenverantwortlichkeit gehört auch das Nachdenken über das eigene Lernen, dazu verhelfen Checklisten bei der Abarbeitung von Teilaufgaben, Selbsteinschätzungsbögen, wieweit komplexe Aufgaben für den einzelnen lösbar sind, und Partnerdiagnosebögen. Diese Formate sind fachspezifisch und in den Fachkonferenzen festzulegen.

Da wo es der Stundenplan und die Verfügbarkeit von Lehrkräften erlauben, sind gute Erfahrungen mit einer 5. Unterrichtsstunde als Übungsstunde im Klassenverband in den Hauptfächern Deutsch, Englisch und Mathematik gemacht worden.

Eine Förderung der Lernenden geschieht natürlich auch durch individualisierte Lehrmethoden. Der Klassenunterricht bleibt notwendig, um eine gemeinsame Grundlage für das Lernen zu schaffen. Die Einzelarbeit dient der Entwicklung und Stärkung fachlicher Selbstkompetenz und der Förderung von Selbständigkeit. Hier kann durch die Aufgabenstellung differenziert werden, z.B. durch gestufte Anforderungsniveaus. Auch die Stationenarbeit bietet sich an, bei der eine komplexe Problematik in Einzelaspekte zerlegt wird, die dann im Plenum zusammengeführt werden. Partnerarbeit nach dem Ich-Du-Wir-Prinzip lässt sich in einigen Unterrichtssituationen gut einsetzen: Zuerst arbeitet jeder allein, dann tauschen die Partner sich mündlich aus und einigen sich auf ein gemeinsames Ergebnis.

Sehr gut zur individuellen Förderung eignet sich auch die Gruppenarbeit. Das erscheint nur auf den ersten Blick paradox, denn
  1. fördert die Synergie in Gruppen auch die individuelle Leistungsfähigkeit und –bereitschaft,
  2. profitieren Gruppenmitglieder von der anderen Sichtweise und Herangehensweise der übrigen und
  3. ergibt sich ein Lernzuwachs für den Einzelnen, wenn die Ergebnisse zusammengetragen werden.
Gruppen werden am besten nach dem Zufallsprinzip gebildet, sonst muss auf die Zusammensetzung geachtet werden, damit leistungsstarke Gruppen nicht den leistungsschwachen gegenüber stehen. Nach Möglichkeit sollten Vierergruppen gebildet werden.

Mit Gruppenpuzzles kann ein komplexes Thema in verschiedenen Teilaspekten erarbeitet werden, zunächst werden dabei z.B. vier Expertengruppen gebildet, die sich in ein Teilgebiet vertiefen. Im nächsten Schritt werden vier neue Gruppen so zusammengestellt, dass in jeder jeweils ein Experte aus allen vier Expertengruppen sitzt, um einen Austausch zu ermöglichen. Am Ende werden die Ergebnisse präsentiert.

Das Placemat-Schreibgespräch eignet sich gut, um Vorwissen zusammenzutragen und zu bewerten, im Deutschunterricht auch zur Textanalyse.

Fazit: Differenzierende Unterrichtsverfahren geben Lernenden mit unterschiedlichen Voraussetzungen die Möglichkeit, Aufgaben auf unterschiedliche Arten in unterschiedlicher Tiefe und auf unterschiedlichen Abstraktionsniveaus zu bearbeiten.

Zur Diagnostik:

Kompetenzorientierte Selbsteinschätzungsbögen dienen der Selbstevaluierung der Studierenden. Kompetenzorientierte Bewertungsraster durch die Lehrenden vor und nach einer Klausur zeigen den Lernenden ihre Stärken und Schwächen und geben ihnen Hinweise, an welchen Punkten sie ihre Leistung verbessern können. Wichtig ist in diesem Zusammenhang, dass die Klausur nicht eine Unterrichtssequenz abschließt, sondern dass danach noch Lerndefizite, die sich zeigen, aufgearbeitet werden können. Klausuren/Klassenarbeiten können zu jedem Zeitpunkt geschrieben werden, sie geben dem Lernenden dann eine individuelle Rückmeldung über den Stand des eigenen Lernprozesses. Lücken können im Rahmen der Unterrichts-sequenz dann noch individuell aufgearbeitet werden. Leistungsstärkere Lerner können das Thema weiter vertiefen.
Fachkonferenz - Parallelarbeiten

Mit der Festlegung nationaler Bildungsstandards durch die KMK ist die Wichtigkeit der Fachkonferenzarbeit deutlich gestiegen. Der Paradigmenwechsel von der Input- Orientierung (detaillierte Lehrpläne zur Vermittlung von Themen und Inhalten) zur Output-Orientierung (Kompetenzbeschreibungen) macht eine engere Zusammenarbeit der Lehrer eines Faches notwendig. Ihre Aufgabe besteht darin, bei vorgegebenen Zielen geeignete Inhalte zu finden und entsprechende Lernwege zu entwickeln. Bei der Auswahl der Unterrichtsvorhaben im 3. und 4. Semester ist Rücksicht auf die Themenbereiche und Aufgabenformate der ZP10 zu nehmen, die zum Teil jährlich wechseln. Die Fachkonferenzen spielen bei der Unterrichts-entwicklung eine entscheidende Rolle.

Parallelarbeiten sind für Deutsch, Englisch und Mathematik in allen 4 Semestern verbindlich. Die jeweils erste Klausur wird für jede Semesterstufe parallel geschrieben. Die Klausuren werden zusammen mit dem Auswertungsraster in der Fachkonferenz festgelegt, evtl. gemeinsam erarbeitet oder an Fachlehrer delegiert und vorgelegt. Die Ergebnisse der Parallelarbeiten werden in der Fachkonferenz besprochen. Parallelarbeiten dienen der Vereinheitlichung der Leistungserwartungen und der besseren Vergleichbarkeit der erzielten Ergebnisse.
Die Zentralen Prüfungen nach Klasse 10

Seit 2009 nehmen die Abendrealschulen in NRW in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch an den Zentralen Prüfungen nach Klasse 10 zur Erreichung des Mittleren Schulabschlusses (FOR) teil. Diese wurden an den Tagesschulen im Jahr 2008 das erste Mal durchgeführt. Im Unterschied zu den Tagesschulen findet die Zentrale Prüfung an den Abendrealschulen zweimal im Jahr - im Sommer und im Herbst - statt, da in der Regel eine halbjährliche Versetzung der Semester erfolgt und sowohl im Sommer als auch im Winter Studierende ihren Abschluss machen können.

Die Hauptschulabschlüsse nach Klasse 9 und 10 werden an den Abendrealschulen weiterhin ohne eine Teilnahme an den Zentralen Prüfungen vergeben.

Vorbereitung auf die Zentralen Prüfungen

Ab dem 3. Semester sind in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch die Noten des relevant sind für die Abschlussnote im 4. Semester. Die Information der Semester über den Ablauf der Prüfungen erfolgt durch die Semesterleiter, die Fachlehrer und die für die Koordination der Zentralen Prüfungen zuständige Lehrkraft.

Die fachliche Vorbereitung in den Fächern Deutsch, Mathematik und Englisch wird in den jeweiligen Fachkonferenzen abgesprochen. Hierdurch wird sichergestellt, dass alle Studierenden unabhängig von der Lehrkraft eine vergleichbare Vorbereitung erhalten. In allen Fächern werden zur Vorbereitung alte Prüfungen aus den vergangenen Jahren verwendet sowie Vorbereitungsmaterial, das bei diversen Schulbuchverlagen erhältlich ist.

Evaluation

Die Evaluation erfolgt getrennt nach Fächern. Alle Fächer arbeiten mit dem gleichen Evaluationsbogen. Zusätzlich werden die Studierenden im Unterricht des Semesterleiters gefragt, wie zufrieden sie mit den allgemeinen Informationen zu den Zentralen Prüfungen waren.

Die Bögen werden durch die Koordinatorin der Zentralen Prüfungen ausgewertet und zur Besprechung in die jeweilige Fachkonferenz gegeben.

Die bisherigen Erfahrungen zeigen, dass die Studierenden mit der Vorbereitung sowohl in fachlicher als auch in allgemeiner Hinsicht zufrieden bzw. sehr zufrieden waren. Dieser Eindruck wird durch das gute Abschneiden der Studierenden bei den Zentralen Prüfungen bestätigt.
Schulleben

Das Schulleben an der Abendrealschule ist geprägt durch gegenseitigen Respekt und verständnisvolle Kommunikation. Ein gutes Miteinander ist den Lehrkräften ebenso wie den Studierenden ein besonderes Anliegen, um eine Erfolg versprechende Arbeitsgrundlage zu schaffen. Ebenso tragen die Professionalität der Unterrichtenden und die Ausstattung der Unterrichtsräume zu einer angenehmen Arbeitsatmosphäre bei.

Die Kommunikation zwischen Lehrkräften und Studierenden bildet auch außerhalb des Unterrichts einen Eckpfeiler des Schullebens. Die Studierenden erfahren Wertschätzung und Vertrauen und erhalten auch bei privaten Problemen Rat und Unterstützung. Die Abendrealschule bietet ihren Studierenden auch außerhalb der Unterrichtszeit die Möglichkeit, in den Räumen der Schule den Unterricht vor- und nachzuarbeiten oder Projekte zu gestalten. Auf diese Weise wird das Gemeinschaftsgefühl gestärkt und die Erfolgsaussichten der Studierenden werden gesteigert.

Dieses Gemeinschaftsgefühl spiegelt sich auch in den jährlichen Festen und Veranstaltungen wider. Die Studierenden der Abschlusssemester bieten regelmäßig zur Weihnachtszeit eine „Waffelbackaktion“ an, deren Erlöse sozialen Zwecken zukommen. Diese Aktion wird von allen gut angenommen und zu einer besinnlichen vorweihnachtlichen Stunde genutzt.

Außerdem beendet jedes 4. Semester den erfolgreichen Abschluss an der Abendrealschule mit einer individuell gestalteten Feier. Diese Feiern stellen den abschließenden Höhepunkt der Schulzeit für alle Beteiligten dar.

Das alljährlich durchgeführte Schulfest wird ebenfalls gerne genutzt, um sich besser kennen zu lernen, um miteinander zu kommunizieren, das Gemeinschaftsgefühl zu genießen oder auch als „Ehemaliger“ alte Freundschaften wieder aufleben zu lassen.
Öffnung von Schule und Unterricht: Unterrichtsgänge und Studienfahrten

Unterrichtsgänge

Den Bildungszielen der Abendrealschule Rheine entspricht es, Schule zu öffnen. Auf diese Weise soll der Bezug zwischen Schule und Alltag hergestellt werden und der Praxisbezug der im Unterricht vermittelten Inhalte deutlich werden. Weiter wird durch die gemeinsame Aktivität sowohl das Gemeinschaftsgefühl der Studierenden als auch die Kursgemeinschaft gestärkt. Daher werden regelmäßig Unterrichtsgänge und Studienfahrten durchgeführt.

Regelmäßig finden auch Unterrichtsgänge zu folgenden Zielen statt:
  • Der Besuch der Stadtbücherei Rheine dient der Einführung in die Technik der Informationsbeschaffung in der Bibliothek.
  • Der Besuch der Ausbildungsmesse sowie des BIZ der Arbeitsagentur der Stadt Rheine dient der Vorbereitung auf das Berufsleben.
Darüber hinaus wurden folgende Exkursionen / Unterrichtsgänge realisiert:

Thema Fach Ort
Baustilkunde (Gotik / Romanik) Kunst Köln
AKW Lingen NW Betriebsbesichtigung
Nutzung und Aufbereitung von Wasser NW Kläranlage Rheine
Pharmazieprodukte-Forschung und Produktion NW Chemische Pharmazie Salzbergen
Industrie und Gesellschaft G/P Industriemuseum Osnabrück
Landespolitik G/P Besuch des Landtags in Düsseldorf
Wasser als Wirtschaftsfaktor NW Exkursion Raum Bentlage
Ökosystem Wald NW Waldbegehung Bentlager Wald
Eintägige Klassenfahrten / mehrtätige Studienfahrten

In den letzten Jahren wurden mit dem Ziel der Gruppenfindung und Teambildung viele eintägige Klassenfahrten durchgeführt, z.B. nach Bremen, Amsterdam, Köln, in die Skihalle Bottrop, in den Movie Park und den Heidepark Soltau.

Folgende mehrtägige Studienfahrten wurden in den letzten Jahren durchgeführt:
  • 2003: Fahrt des Semesters 4a nach Berlin
  • 2004: Schulfahrt nach Berlin; Besuch einer Sitzung des Bundestages
  • 2007: Paris
  • 2008: London
  • 2010 und 2012: Prag